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zur Ausstellung 2006 - zum Geburtstag 2008 - eine Kurzgeschichte

Vera Zamurovic

ist eine unserer Iffens - Freundinnen
und eine sehr erfolgreiche Künstlerin
Wir haben die Umweltstation zur Galerie ungebaut und ihrer Werke ausgestellt.

Am Pfingst - Samstag, 3. Juni 2006 um 18 Uhr gab es die Eröffnung:

Programm:
Gruswort: Wolfgang Meiners, Iffens
Einfuhrung: Meike Janssen, Kunstpadagogin, Seefeld
Musik: Barbel Supper
Ausstellungsdauer: Vom 3. Juni bis 24. Juni 2006
Offnungszeiten auf Anfrage
Abb. Titelseite Seewind beflugelt die Träume, Acryl, 2006 70 cm x 50 cm Titel der Ausstellung von Vera Zamurovic:
Secanja und Begegnungen
Acryl und Pastellkreide
Kurzvorstellung der Künstlerin:
Vera Zamurovic
Geboren in Melenci, ehemaliges Jugoslawien
Kunststudium bei Professor Bogumil Karlavaris, Novi Sad
Aufbaustudium im Atelier von Aleksander Lakic, Novi Sad
35 Jahre beim .RTV Novi Sadh - Redaktion von Kindersendungen
1991 Ubersiedlung nach Deutschland
Seit 1991 freischaffende Kunstlerin
Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland und Slowenien
Leitung von Malkursen fur Kinder und Migrantinnen
Lebt und arbeitet in Warmbronn bei Stuttgart
In Web ist mehr zu erfahren unter www.zamurovic.de Die Kunstlerin ist bei der Eroffnung anwesend

Seewind belebt die Gedanken und beflügelt die Träume. So bekommt auch die Kunst Aufwind und die Malerei wird bunt und phantasievoll. Die kleine Halbinsel Butjadingen beherbergt viele Kunstler, manche kommen auch hierher um zu arbeiten oder Ideen zu tanken.

Die Umweltstation Iffens lebt mit und von solchen Kunstlern, die in 25 Jahren viele Werke geschaffen haben. Die Station bietet eine breite Palette von Arbeits- und Lernfeldern fur Gruppen und Einzelpersonen.

Der gemeinnutzige Verein Iffens e.V. finanziert einige Praktikumsstellen und Kunstlerstipendien. So hat auch Vera Zamurovic ihre Aufenthalte in Iffens fur viele Werke nutzen konnen.


Einige Bilder von der Ausstellung:
Aus der Kreiszeitung Wesermarsch vom 8.6.06:

Küstenlandschaft inspiriert Künstlerin

Vera Zamurovic stellt in der Umweltstation aus
Iffens (diek). Im Rahmen der Reihe "Kunst im Seewind" stellt Vera Zamurovic ihre Werke in der Umweltstation in Iffens aus. Die Malerin hat sich im Verlaufe ihrer Aufenthalte in der Region bei der Arbeit von der Natur inspirieren lassen.

In der Umweltstation sind seit dem Pfingstwochenende rund 70 Werke von Vera Zamurovic zu sehen. Während der Vernissage begrüßte Wolfgang Meiners die Gäste. Kunstpädagogin Meike Janßen aus Seefeld, die den Einführungsvortrag hielt, gab einen Überblick über die Arbeit der Malerin. Die ersten Arbeiten seien durch Pastellkreide geprägt und in einem Grenzbereich zwischen der Grafik und der Malerei anzusiedeln, sagte die Kunsterzieherin. Eine Vielzahl der Bilder sind während der Aufenthalte von Vera Zamurovic in Iffens entstanden. Während dieser Aufenthalte habe die Künstlerin sich nach Worten von Meike Janßen von der Natur in der Region inspirieren lassen - ein Teil der Werke zeigt neben konkreten Abbildungen der Landschaft auch die Vogel- und Pflanzenwelt.

Seit neun Jahren arbeitet Vera Zamurovic, die in Warmbronn bei Stuttgart lebt, auch in verstärktem Maße mit Acrylfarben. Mit diesem Material gelangt es der Malerin nach Aussagen von Meike Janßen, die Abstraktion auf eindrucksvolle Weise zu verstärken. Diese Bilder seien nicht nur dynamisch und kraftvoll, sondern auch sensibel, betonte die Kunsterzieherin. Eine deutliche Entwicklung sei im Verlaufe von zehn Jahren zu erkennen, fügte sie hinzu. Spannend ist nach Ansicht der Kunsterzieherin auch die enorme Vielfalt der Arbeiten. Mir kommen die Bilder vor, als seien sie von einer jungen Frau gemalt, betonte Meike Janßen. Sie spürt nach eigenen Angaben Kraft und Intensität.

Geboren wurde Vera Zamurovic in Meleneci im ehemaligen Jugoslawien. Nach dem Kunststudium in Novi Sad bei Professor Bogumil Karlavaris und einem Aufbaustudium im Atelier von Aleksander Lakic arbeitete die Künstlerin 35 Jahre als Redakteurin von Kindersendungen und Moderatorin bei einem regionalen Fernsehsender. Nach ihrem Umzug nach Deutschland im Jahre 1991 fand Vera Zamurovic als freischaffende Künstlerin zur Malerei zurück. Ihre Ausstellung kann noch bis einschließlich Sonnabend, 24. Juni besucht werden - täglich von 14.30 Uhr bis 18 Uhr in der Umweltstation.


Aus der Nordwest zeitung vom 14.6.06

Ermutigung: Das Leben annehmen - so wie es ist


Eindrucksvolle Ausstellung in der Umweltstation in Iffens - Große Bandbreite an Themen
Dei Künstlerin entwickelte einen neuen Zugang zur Acryltechnik. Diwe Ausstekllung ist bis zum 24.Juni zu sehen.

IFFENS/WMZ - In der ehemaligen Dreschdiele in der Umweltstation in Iffens sind helle Stellwände gezimmert worden, um für die rund 70 Bilder von Vera Zamuroyic einen geeigneten Platz zu schaffen. Die Künstlerin kommt aus Novi Sad (ehemals Jugoslawien) und lebt seit 1991 in Warmbronn bei Stuttgart.
Sie studierte Kunst bei Professor Karlawaris, hat danach 35 Jahre beim Rundfunk in Novi Sad gearbeitet. Im Jugoslawienkrieg ist sie zu ihrer Tochter Nada nach Deutschland gezogen. Dort hat sie wieder an ihr Studium angeknüpft und mit Pastellkreide angefangen, ihre Umgebung in Farben zu fassen.

Durch Ferienaufenthalte in der Umweltstation Iffens hatte sie einen völlig anderen Lebensraum, nämlich das Wattenmeer und die Jadebusenküste, kennen und lieben gelernt und in ihren Bilden dargestellt. Nach Anfängen in Pastellkreide entwickelte die Künstlerin einen neuen Zugang zur Acryltechnik.

Eindrucksvoll führte bei der Ausstellungseröffnung Kunstpädagogin Meike Janßen (Seefeld) durch die Schau in der Umweltstation und wies immer wieder auf die Tiefen und die dadurch entwickelte Energie der Bilder hin. Meike Janßen: Hätte ich Vera Zamurovic nicht vorher kennen gelefnt, hätte ich bei manchen Bildern gedacht, dass sie eine junge Frau gemalt hat. So eine enorme Dynamik steckt zum Beispiel im Tryptichon Seewind II. Fast wie bei Jackson Pollock . Zum Träumen hingegen verführen die Bilder Chocolat und Tausend und eine Nacht vor allem durch die eingearbeitete Goldfarbe. Das Bild It's time to fly ist so luftig, dass man sich fühlt wie beim Walzer tanzen.
Die vielbelesene Künstlerin zeigt eine enorme Bandbreite an Themen. Die Jakobsleiter in blau und rot lädt zum Auseinandersetzen mit menschlichen Möglichkeiten ein. Aufbruch, ganz in Grüntönen gehalten, ist für Meike Janßen ein Symbol für große Weiterentwicklung, die Vera Zamurovic nutzt, um Betrachtern vielschichtige Emotionen zu entlocken. Malen ist ein Seeelenzustand, sagte Jackson Pollock einmal und bei Vera Zamurovics Bildern kann man erkennen, dass dies stimmt.

Viele Freunde und Gäste waren zur Vernissage ins Bauernhaus in Iffens gekommen. Sie nehmen die Prägnanz, Heiterkeit und Farbintensität mit nach Hause - und eine Portion Mut, das Leben anzunehmen, so wie es ist.

Neben den Musikklängen von Akkordeon (Bärbel Supper) und Geige (Dominique Wempe) war die Umweltstation mit Wind um den Ohren und Abendlicht mit Kerzen eine wunderschöne Umgebung für Kunst.
Nicht zuletzt gab es auch noch gezeichnete Bilder von Nada Heller zu sehen und Silberschmuck war in der Werkstatt von Christine Pape zu bewundern.
Wer die Ausstellung in Iffens sehen möchte, hat noch bis 24. Juni Zeit: jeden Nachmittag von 14.30 bis 18 Uhr.


Zum 80.sten Geburtstag gab es eine Würdigung im der Leonberger Kreiszeitung vom 14.6.08

Ihre Bilder entstehen aus dem Gefühl heraus

Die Warmbronner Künstlerin Vera Zamurovic wird an diesem Sonntag 80 - Im Herzen ist sie jung geblieben Leonberg.
Nicht nur rund um Leonberg ist Eva Zamurovic durch ihre Bilder, die sie immer wieder in Gruppen- und Einzelausstellungen zeigt, bekannt. An diesem Sonntag feiert die Warmbronner Künstlerin ihren achtzigsten Geburtstag.
Von Ingrid Oertel

Dauerausstellungen gibt es von Vera Zamurovic unter anderem in Iffens bei Nordenham oder in Firmenräumen. Auch mit ihrer Warmbronner Künstler-Kollegin Doris Holzknecht, die Anfang des Jahres ihren achtzigsten Geburtstag gefeiert hat, hat sie schon zahlreiche Ausstellungen organisiert. "Das Leben liefert mir die Themen zu meinen Bildern", erzählt Zamurovic mit leiser Stimme und lächelt. So entstehen ihre Werke vor allem aus dem Gefühl heraus. "Ganz so, wie ich gestimmt bin, wähle ich die Farben aus und lasse meine Hand einfach malen." Dann entwickele sich alles wie von selbst, die Linien und Formen verlangten nach Ergänzungen, nach Veränderung und Vollendung. Dabei bevorzugt die Malerin, sei es mit Acryl oder Kreide, fröhliche Farben wie Rot oder Gelb, aber auch Blau kommt vor.

Vera Zamurovic wurde im ehemaligen Jugoslawien nahe der Grenze zu Rumänien geboren. In Novi Sad studierte sie Malerei. Anschließend erhielt sie einen Auftrag als Kulturjournalistin beim Radiosender in Novi Sad. "Ich sagte, ich möchte gerne in der Kindersendung mitarbeiten", erinnert sie sich mit leuchtenden Augen. Dieser Wunsch wurde ihr erfüllt. Mehr als 30 Jahre lang arbeitete Vera Zamurovic als Journalistin. Dabei hat sie sich an den Interessen der Kinder orientiert und danach ihre Texte gestaltet. "Das musste immer optimistisch sein, nie traurig", berichtet sie. Mehrfach ausgezeichnet wurde ihre tägliche Morgensendung "Hallo Mädchen, hallo Jungen". Noch heute verfolgt die Künstlerin Schicksale von Kindern, die ihr in jener Zeit besonders ans Herz gewachsen waren. Dank ihrer fröhlichen, lebensbejahenden Art wurde sie von einigen Kindern zur "Wahl-Mama" ernannt.

Vera Zamurovic heiratete 1948 den Journalisten Stojan. Aus der Ehe gingen die Töchter Dusa und Nada hervor. Nada erbte das Talent der Mutter und malt selbst. Heute ist die Jubilarin stolze Großmutter von vier Enkelkindern. "Und alle kommen regelmäßig und besuchen mich", freut sie sich. Selbst im Herzen jung geblieben, genießt sie das Zusammensein mit Kindern. Seit 1997 lebt Vera Zamurovic in Warmbronn. Bedingt durch den Bürgerkrieg im ehemaligen Jugoslawien hatte sie ihre Heimat verlassen. Diese traurige Zeit hat sie damals in Schwarztönen ausgedrückt. Doch dank ihres Optimismus und dem ihr eigenen Humor bewältigte sie auch diese schwierige Phase.

Heute lebt die Künstlerin in der Nähe ihrer Tochter Nada in Warmbronn. Eigentlich, erklärt sie bescheiden, vermisse sie hier nichts. "Nur meine Sprache hat Heimweh nach Jugoslawien." Weitere Informationen über die Künstlerin gibt es im Internet unter www.zamurovic.de. Auf Wunsch gibt sie Atelier-Kurse.
Bei einem Schreibwettbewerb der Kreissparkasse Böblingen 2008 hat Vera mit einer Kurzgeschichte einen erten Platz gewonnen:

Schreibwettbewerb

Reisen bildet

Als man mich über den Schreibwettbewerb informiert hat und über die Möglichkeit daran teilzunehmen, stand ich plötzlich vor einem Dilemma. Soll ich über die Bahnreise schreiben? Schon die Reise selbst ist aufregend. Zum Beispiel, wenn man sich im Schlafwagen plötzlich mit einer unbekannten Frau befindet, die die ganze Nacht Männerbesuche auf dem unteren Bett empfängt. Oder soll man über eine Reisende berichten, die ihren Koffer geöffnet hat in welchem ein ganzes Spanferkel liegt. Jede Reise hat einen bestimmten Anfahrts- und Abreisetag. Aber meine Reise zu meiner Tochter, die damals schon 25 Jahre in Deutschland gelebt hat, hatte einen genauen Reisebeginn aber die Rückkehr nach Hause hatte sich überraschenderweise als ungewiss gezeigt. Meine Heimat wurde von Hass zerstört und ich bin jetzt in diesem Land schon seit 15 Jahren. Während dieser Zeit habe ich nicht nur die Schönheiten dieses Landes kennengelernt sondern immer wieder auch das Gute im Menschen erlebt. Ich bin in ein Land gekommen, dessen Sprache ich nicht gesprochen habe, ein Land, das ich nur aus Filmen und von Postkarten her gekannt hatte. Als ich angefangen habe die Sprache zu lernen, hat man mich immer gefragt woher ich komme. Meine Antwort - "aus Jugoslawien"- hat bei den Menschen bewirkt, dass die Gesichtszüge ernst wurden und das Gespräch schnell zu Ende war.

Langsam habe ich mich in der neuen Umgebung eingelebt und neue Freundschaften gebildet. Meine neuen Freunde haben sich bemüht mein Leben für mich in Deutschland so angenehm wie möglich zu machen, sie haben mir die Sehenswürdigkeiten des Landes gezeigt, und ich habe nicht nur erfahren wie schön ein Land sein kann sondern auch wie gross die menschliche Seele und Güte sein kann. Dank dieser Freunde habe ich endlos viel gesehen. Es ist schwer zu sagen was mich am meisten begeistert hat. Waren das die Düfte aus dem Mittelalter im Kloster Maulbronn, das Wasser im Frühling im Schwarzwald, Barbarossas Straßen, ein antikes Theater in der Natur oder das sehenswerte Ulmer Münster. Man hat mir Museen und Galerien gezeigt und oft war ich zu Geburtstagen oder freundlichen Gesprächen im Garten eingeladen. Dies alles hat mir geholfen weniger über meine unglückliche Heimat nachzudenken, die inzwischen so nicht mehr existiert.

Meine neuen Freunde haben sehr gut gespürt wie ich mich fühle und jeder von denen hat es auf seine Art und Weise verstanden mir das Leben zu erleichtern. Es gibt viele Menschen auf dieser Welt, die wir über Filme und Bücher kennenlernen, aber erst wenn wir uns direkt begegnen entwickeln wir unsere persönlichen Überzeugungen und das Bild vom andern wird vertraut.

Den Sommer habe ich immer im Norden in einem kleinen Ort an der Nordseeküste verbracht. Dort in Iffens hat sich mein Glaube in die Schönheit der menschlichen Seele mehrfach bestätigt. Auf dieser kleinen Halbinsel weit weg von Warmbronn in klarer Natur und weitem Himmel steht die Umweltstation als eine Oase von Frieden und Freundschaft. Der Chemiker Dr. W. M. und seine junge Ehefrau bieten Jugendlichen die Gelegenheit Ferien in gesunder Umgebung zu verbringen. Jeder darf das machen wozu er Lust hat, sei es im Labor sich zu betätigen oder Erbsenpflücken, Heu an Schafe zu verfüttern oder einfach den Tag zu geniessen und Musik zu hören.

Diese Umweltstation hat ihre eigene Vergangenheit, sie wird in ihrem Zustand bewahrt so wie der große Speisesaal, der früher ein Pferdestall war in dem sich immer noch die steinernen Futtertröge befinden. Alles ist Vergangenheit und Gegenwart. Wo immer möglich durfte sich die Natur frei enfalten. Rhabarber wächst wild im Garten, ein Apfelbaum trägt viele Früchte ohne jegliche Chemie und man trinkt täglich Apfelsaft statt Wasser. Dazu kommt, dass die Nordsee mit ihrem aufregenden Phänomen der Ebbe und Flut in der Nähe liegt. Eine unsichtbare Kraft bewegt das Wasser Richtung Küste und erinnert uns wie winzig der Mensch im Vergleich zur Natur ist.

Alles ist riesig in Iffens, der Himmel, das Meer, die Felder und die Freundschaften, die man da geschlossen hat bleiben für immer. Man sagt, dass die Kunst den Staub von der Seele wischt. Ich würde sagen das dies macht die Umweltstation auch.

Vera Zamurovic
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