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Region
Die Wohlfühlpraxis, der Hintergrund
-warum brauchen wir ein Wohlgefühl und Gemütlichkeit zum Leben?
Eine kurze Vorbemerkung zu diesem Beitrag für den Charakter einer Region: „Ein wenig Zier“ rat ich dir!
Stadt-und Regionalplanung hat mich schon immer interessiert. So habe ich im Raum Wesermarsch von 1980 bis 2020 bei vielen der etwa 23 „Leitbilder, Zukunftsprojekte, Raumordnungspläne“ etc. mitgemacht.
Meine Rolle war dabei fast immer das Wohlgefühl der Bürger und ein vielfältiges Ökosystems für Natur und Umwelt zu vertreten. Für eine gesunde Natur und Umwelt gibt es formulierte Ziele und viele Beispiele für deren Umsetzung. Dazu ist unser Beitrag in der Umweltstation die kleinteilige Umsetzung dieser Ziele im Alltag. Daraus ist der Ökopraktikum von 1980 mit den Varianten der späteren Jahre entstanden. Für das Wohlgefühl der Bürger sind viele kleine Ideen entstanden und wir haben sie ausprobiert. Einige sind in dieser Rubrik gesammelt. Jedes Beispiel, für sich mag lustig sein, es ist aber für das Wohnumfeld immer ein Baustein in der Sinfonie der Gesamtwirkung. Für die Zusammenwirkung der Blickfänger und Objekte in einem Lebensumfeld braucht es auch eine Übung, eine Regie und eine Freiheit.
Aus der Sicht der Regionalplanung hat die Wohnqualität eine Schlüsselrolle für die Solidarisierung mit der Stadt und dem Lebensraum. Eine positive Positionierung der Einwohner und der Gäste gegenüber der Region verhindert Kritik nicht, sie diskutiert aber die Vorschläge zur Verbesserung von Missständen. Nordenham als Wohnort zu verlassen ist keine Lösung der Probleme.
1. Allgemein zum Wohlfühlen
Vertraut ist uns eine einfache Alltagserfahrung. Stimmung, Spass, Erinnerung etc. sind in vielen Lebensbereichen von dem Beiwerk, den Zutaten und Kleinigkeiten bestimmt. Wir erinnern uns nicht an die Kartoffeln des guten Essens, sondern an die Gewürze und die geschmackliche Komposition. In der Mode wirkt ein Kleid nicht durch die Existenz von Stoff, sondern von dessen Gestaltung und zusätzlichem Schmuck. Und in der Architektur fotografieren wir gerne ein reich verziertes Gebäude, möglichst in einem Ensemble, und nicht eine glatte pflegeleichte Außenmauer. Mit vielen kleinen „Zutaten“ erhöhen wir unsere Lebensqualität.
In einer Landschaft oder einer Region ist es nicht anders. Die Grundelemente gibt es regionaltypisch: Ein Berg, ein See, Bäume, Küste, Himmel etc. Auch in einer Region gibt es „Schmuck und Zutaten“ mit denen eine Wohlfühlqualität entsteht. Konkret sind das: Farben, gestaltete Architektur, Blickfänger in der Landschaft etc. Im Wohnbereich oder einer Gaststätte sind es interessante, schöne oder auch ungewöhnliche Objekte. Es können auch Geschichten, Leitfiguren, oder Spiele sein. Diese erhöhen die Wohlfühlqualität, macht Freude für die Gestalter oft auch als gewolltes Mittel um einen guten Eindruck zu vermitteln. Falls diese nicht transportiert werden können, werden Fotos gemacht und Eindrücke weitererzählt.
Eigene Berufsbereiche haben sich entwickelt für Wohnraumdesign, Gartengestaltung, gefällige Architektur, Gestaltung von Straßenzügen und Ortsteilen, Stadtbilderneuerung oder Landschaftselementen.
Bei der Regionalplanung wurde bisher fast nur Kriterien der Ökonomie, auch der Förderung einer positiven Kauflaune der Bürger berücksichtigt. Manchmal werden auch Kriterien der Wohnqualität in einem eigenen Kapitel benammt. Die dazu vorgeschlagenen Objekte sind dann oft in Konjuktiven verkleidet.
2. Wo sind konkrete Beispiele?
Wohlfühlen ist sehr individuell. Laute Rapmusik ist für mache ganz toll, für andere grausig. Deswegen gibt es die Methode ein gestaltetes Umfeld mit verschiedenen Zielgruppen (Blickwinkeln) zu betrachten. Solche Zielgruppenlisten sind verfügbar, sie werden auf sehr unterschiedliche Fragestellungen angewendet. Bei vielen der „Stadterneuerungs“- Planungen wird der wirtschaftliche Blickwinkel bevorzugt. Bürger sind Kunden und das Ambiente einer Innenstadt folgt den Regeln der Käuferkonditionierung. Mit dem Kaufverhalten alleine wird aber die emotionale Begeisterung für die Kleinstadt nicht gefördert.
Zum Wohlfühlen hilft es, wenn wir schmunzeln oder lachen können, wenn wir Schönes betrachten und sehen wie unsere Nachbarn auch Spaß an Dingen hat. Bei Panik, Neid und ständige Warnungen fühlen wir uns unwohl.
Mein Vorschlag ist der Aufbau eines Mosaiks von vielen kleinen Blickfängern, Objekten, gemütlichen Nischen, lustigen Geschichten und Situationen, die ein Verweilen in der Stadt attraktiv machen. Leere Schaufenster oder vermüllte Freiflächen können genutzt werden. Dazu sind auf dieser webseite in dieser Rubrik einige Anregungen gegeben. Die Sonnenblume am Bahnhof in Nordenham ist gut gemeint aber etwa so wie ein Gastwirt erfährt, daß sein Pfeffer ideal zum Rührei passt und er dann eine Schüssel voll Pfeffer mit etwas Ei drin serviert, Überdimensionierungen überzeugen nicht.
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